Besuch bei Nachbarn(!)...
Auf nach Slowenien! Meistens heißt das für Steirer oder Steiermark-Besucher: Reisedokument einpacken, eine gute Stunde Autofahrt nach Maribor, ein wenig bummeln, gut (Fisch) essen und dann auf der Autobahn wieder heimwärts. Für uns Genussradler bedeutet ein Ausflug nach Slowenien aber etwas ganz anderes. Nur die Sache mit dem Reisedokument bleibt gleich...
Wir wählen die hübsche Marktgemeinde Eibiswald als Treffpunkt und starten auf dem Radweg entlang der Straße in Richtung - nomen est omen - Radlpass. Nach einem Kreisverkehr ist der Autoverkehr beinahe zu Ende. Dafür aber beginnt sofort der „sportliche Reiz" dieser Tour.
Es gilt zwar nur etwa 300 Höhenmeter zu erklimmen, doch bei mitunter 18 Prozent Steigung geht es ganz ordentlich zur Sache. Aber ehe wir uns versehen, sind wir auch schon oben an der Grenzstation.
Bei der Abfahrt nach Radlje genießen wir die ersten Ausblicke über unser Nachbarland - aber Achtung, auch der etwas ruppigere Asphalt erfordert bisweilen unsere Aufmerksamkeit. In Radlje überqueren wir zunächst die Hauptverkehrsstraße, dann auch die Drau und tauchen in eine komplett andere Welt ein. Entlang der Bahnlinie geht es flussabwärts und auf teilweise nicht asphaltierter Nebenstrecke durch die fast unwirklich grüne Landschaft. In Podvelka müssen wir die Brücke zurück ans linke Drauufer nutzen. Doch auch auf dieser stärker frequentierten Route - ein durchgehender Radweg ist bereits in Planung - lässt sich die Weiterfahrt im Tal der grünlich schimmernden Drau bis Ozbalt durchaus genießen.
Gleich nach Ozbalt beginnt dann der landschaftlich allerschönste Teil dieser Tour: Wir zweigen auf eine unscheinbare kleine Straße ab, die leicht steigend einem Flüsschen folgt. Dieser immer leicht bergauf folgend, passieren wir erst einen Imker, dann einen Fischereibetrieb und wählen schließlich die Abzweigung zurück nach Österreich. Vor lauter Begeisterung über die Stille dieser kleinen Straße haben wir die etwa 250 Höhenmeter, die seit Ozbalt hinter - oder besser, unter - uns liegen, überhaupt nicht bemerkt.
Völlig überrascht stehen wir plötzlich vor dem Schlagbaum des nicht immer besetzten Grenzübergangs Schloßberg.
Zurück in Österreich, fahren wir rechts durch das Landschaftsschutzgebiet und durch Bauernhöfe, folgen dann den Serpentinen hinunter ins südsteirische Weinbaugebiet. Vom Ort Schloßberg - hier treffen wir kurz mit der Weinstraßentour zusammen - rollen wir durch ein Hopfenanbaugebiet nach Leutschach. Erholt nehmen wir die letzte Steigung unter die Räder: Die Tour führt uns noch einmal bergauf, auf der Remschnigg fahren wir hoch über Maltschach vorbei. In flotten Kurven geht es schließlich bergab nach Arnfels und über eine wenig befahrene Straße weiter nach Unterhaag. Von dort an dürfen wir „ausradeln": Auf einem Abschnitt der Zwei-Flüsse-Radtour über Oberhaag, Pitschgau und Hörmsdorf rollen wir nahezu eben zurück nach Eibiswald.